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QR-Codes 6

QR-Code mit dem Handy scannen: iPhone und Android

QR-Codes scannen funktioniert auf iPhone und Android ohne App. So geht es Schritt für Schritt, dazu die häufigsten Störquellen und die passenden Lösungen.

Was sind QR-Codes und wie funktionieren sie?

Ein QR-Code ist ein zweidimensionaler Barcode. Während ein klassischer Strichcode rund ein Dutzend Ziffern in einer einzigen Zeile speichert, fasst das schwarz-weiße Quadrat bis zu 4.296 Zeichen. Das reicht mühelos für eine URL, eine Telefonnummer oder eine komplette Kontaktkarte.

Die drei großen Quadrate in den Ecken dienen als Orientierungsmarken. Über sie erkennt die Kamera, wie der Code ausgerichtet ist – auch wenn das Handy schräg gehalten wird oder der Aufsteller gekippt steht. Die restliche Fläche enthält die Daten sowie einen Bereich zur Fehlerkorrektur, der bis zu 30 % Beschädigung verkraftet.

Im Grunde liest das Smartphone nichts weiter als einen Link. Es entschlüsselt das Bild, zieht die URL heraus und blendet eine Meldung auf dem Display ein. Ein Tipp darauf, der Browser öffnet die Seite. Nichts wird heruntergeladen, nichts installiert. Wer die technische Seite der Decodierung genauer nachlesen möchte, findet im Beitrag wie ein QR-Code funktioniert jeden Schritt erklärt.

QR-Code auf dem iPhone scannen

Seit iOS 11, erschienen 2017, ist das Auslesen fest eingebaut. Das heißt: Jedes Modell, das heute noch im Umlauf ist, beherrscht es – iPhone 11, iPhone 12, iPhone 14, iPhone 15 und alle neueren. Eine Scanner-App ist nicht nötig.

Mit der Kamera, in drei Sekunden

  • Öffnen Sie die Kamera-App vom Startbildschirm aus.
  • Richten Sie das Objektiv aus etwa 20 cm auf den Code.
  • Warten Sie auf den gelben Hinweis mit der Webadresse.
  • Tippen Sie darauf, um die Seite zu öffnen.

Passiert nichts, prüfen Sie eine Einstellung: Einstellungen, dann Kamera, dann QR-Codes scannen. Der Schalter muss aktiv sein. Ab Werk ist er es, aber eine Firmenrichtlinie oder ein alter Eingriff kann ihn deaktiviert haben.

QR-Code aus einem Foto oder Screenshot auslesen

Manchmal steckt der Code in einer E-Mail oder auf einem Foto, das per Nachricht ankommt. Öffnen Sie das Bild in der Fotos-App und halten Sie den Finger auf dem Quadrat: iOS erkennt den Code automatisch und bietet an, den Link zu öffnen. Die Funktion Live Text erledigt dasselbe bei Texten und Rufnummern.

Der Code-Scanner im Kontrollzentrum

iOS bringt zusätzlich einen eigenen Code-Scanner mit. Fügen Sie ihn über Einstellungen, Kontrollzentrum, Code-Scanner hinzu. Er öffnet die Kamera bildschirmfüllend, ohne die üblichen Fotoeinstellungen drumherum. Praktisch bei schwachem Licht, denn der Schalter für die Leuchte sitzt direkt in der Oberfläche.

QR-Code auf Android und Samsung scannen

Auf einem aktuellen Android-Gerät läuft es genauso. Android 9 und neuere Versionen lesen QR-Codes ohne Fremd-App – vorausgesetzt, der Hersteller hat die Funktion freigeschaltet.

Auf dem Samsung Galaxy

Kamera-App öffnen, auf den Code halten, kurz scharfstellen lassen. Am unteren Bildschirmrand erscheint ein Balken mit der Adresse. Zeigt sich nichts, gehen Sie in die Kameraeinstellungen und aktivieren QR-Codes scannen. Samsung bietet außerdem eine Verknüpfung in den Schnelleinstellungen: zweimal von oben herunterwischen, dann die entsprechende Kachel suchen. Auf älteren Modellen übernimmt Bixby Vision diese Aufgabe.

Auf anderen Android-Geräten

Google Lens ist der universelle Scanner im Android-Umfeld. Er steckt in der Google-App, in Chrome und häufig auch direkt in der Kamera. Auf das Objektiv-Symbol tippen, draufhalten, der Inhalt erscheint. Lens wertet auch ein bereits gespeichertes Bild aus der Galerie aus – damit sind Screenshots erledigt.

In knapp zwei Jahren Beobachtung im Service ging es bei Rückfragen von Gästen fast immer um Licht oder Abstand, nie um eine fehlende App. Das Handy kann es; der Aufsteller steht falsch.

QR-Code kostenlos scannen, online oder am PC

Das Auslesen kostet in keinem Fall etwas. Kostenpflichtige Apps im Play Store oder App Store berechnen Zusatzfunktionen: Scan-Verlauf, Export, Erstellen eigener Codes. Für eine schlichte Speisekarte bringt das nichts.

Am Rechner gibt es zwei Wege. Online-Leseseiten nehmen ein Bild per Drag-and-drop entgegen und geben die im Code hinterlegte URL zurück. Bei seriösen Diensten bleibt die Datei im Browser und wird nicht an einen Server geschickt. Alternativ liest ein PC oder Mac mit Webcam den Code, den Sie vor die Kamera halten – sofern Sie den Zugriff erlauben.

GerätMethodeApp nötigAus einem Foto
iPhone (ab iOS 11)Kamera-App oder Code-ScannerKeineJa, langer Fingerdruck in Fotos
Samsung GalaxyKamera oder Kachel in den SchnelleinstellungenKeineJa, über Galerie oder Lens
Andere Android-GeräteKamera oder Google LensKeine ab Android 9Ja, mit Lens
PC oder MacOnline-Scanner im Browser oder WebcamKeineJa, Bild per Drag-and-drop

QR-Code lässt sich nicht scannen: die wahren Ursachen

Ein fehlgeschlagener Scan liegt selten am Handy. Das sind die häufigsten Hürden, geordnet nach dem, was im Service tatsächlich auftritt.

  • Der Code ist zu klein. Rechnen Sie mit mindestens 2,5 cm Kantenlänge, damit er aus 30 cm erfasst wird. Darunter findet die Kamera keinen Halt mehr.
  • Der Untergrund spiegelt. Glänzendes Acrylglas unter einem Strahler erzeugt Reflexe, die Teile des Musters auslöschen. Matte Oberflächen lösen das.
  • Der Kontrast reicht nicht. Ein hellgrauer Code auf beigem Grund wird schlecht erkannt. Bleiben Sie bei Dunkel auf Hell, niemals umgekehrt.
  • Das Objektiv ist verschmutzt. In jedem dritten Fall genügt ein Tuch.
  • Der weiße Rand wurde weggeschnitten. Rund um das Quadrat braucht es eine Ruhezone von vier Modulen Breite.

Bleibt der Sonderfall amtlicher Dokumente. Bei digitalen Ausweisen oder behördlichen Nachweisen steckt im Code ein signiertes Format, das die Kamera zwar liest, aber nicht auswerten kann. Hier führt kein Weg an der jeweiligen amtlichen App vorbei, die als Einzige die Signatur prüfen kann.

Was das für Ihr Restaurant bedeutet

Der entscheidende Punkt für Gastronomen: kein einziger Gast muss irgendetwas installieren. Das ist der Einwand Nummer eins im Service – und seit 2019 bei der überwiegenden Mehrheit der Geräte gegenstandslos. Wer zögert, braucht einen Satz, keine Anleitung: Kamera draufhalten, die Karte erscheint.

Der eigentliche Hebel liegt woanders. Die Seite, die sich öffnet, muss leicht sein, in einem durchschnittlichen Mobilfunknetz in unter zwei Sekunden laden und ohne Zoomen lesbar bleiben. Eine Karte als PDF zwingt zum zehnfachen Aufziehen des Bildschirms – genau dort steigt der Gast aus, nicht beim Scannen. Eine für das Handy gebaute QR-Code-Speisekarte verhindert diesen Abbruch.

Zwei praktische Stellschrauben lohnen sich. Erstens: Drucken Sie den Code mit mindestens 3 cm Kantenlänge auf einen matten Tischaufsteller statt auf die Tischdecke. Zweitens: Prüfen Sie, ob die Seite auch ohne erzwungenes WLAN erreichbar bleibt – ein Passwort vor dem Scannen ist ein Schritt zu viel. Über die Funktionen zur Auswertung sehen Sie anschließend, wie viele Scans tatsächlich zu einem Aufruf der Karte führen.

Datensicherheit: ist Misstrauen angebracht?

Ein QR-Code enthält kein Programm. Er kann also weder Software installieren noch von sich aus Daten sammeln. Das Risiko steckt im Link: Ein betrügerischer Aufkleber, über den Ihren geklebt, leitet auf eine gefälschte Bezahlseite um. Die Masche hat einen Namen – Quishing – und trifft vor allem Parkautomaten und Ladesäulen.

Zwei Gewohnheiten genügen. Lesen Sie die angezeigte URL, bevor Sie tippen, und prüfen Sie, ob der Domainname zum Betrieb passt. Im Service gilt: Einmal pro Woche mit der Hand über die Aufsteller fahren – ein aufgeklebter Sticker ist mit dem Finger zu spüren. Codes, die direkt auf den Aufsteller gedruckt sind und ohne aufgeklebtes Etikett auskommen, senken dieses Risiko deutlich.

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