1. Digitalisierung wird zum Normalfall, nicht zur Ausnahme
Laut einer Ende 2025 veröffentlichten Studie von Food Service Vision arbeiten inzwischen 68 % der französischen Restaurants zumindest teilweise mit einer digitalen Karte. Das sind 12 Punkte mehr als 2024. In diesem Tempo ist die Papierkarte 2027 in der Minderheit.
Getrieben wird die Entwicklung nicht mehr von den Ketten, sondern von den Inhabergeführten, die den Nutzen für sich entdecken: Zeitersparnis, saubere Allergenkennzeichnung, Mehrsprachigkeit. Siehe dazu auch unseren Beitrag 7 Gründe, Ihre Karte zu digitalisieren.
2. Nachhaltigkeit: vom Reden zum Handeln
2025 sind mehrere Vorgaben in Kraft getreten: endgültiges Verbot von Polystyrol, verpflichtende Getrenntsammlung für alle öffentlich zugänglichen Betriebe, flächendeckende Mitnahmebox für Reste. Ein grünes Wort auf der Website reicht nicht mehr aus.
Konkret heißt das 2026:
- Nutri-Score auf der Karte: freiwillig, aber zunehmend erwartet
- Herkunftsangabe bei Fleisch und Fisch verpflichtend
- Regionale Beschaffung sichtbar für die Gäste ausgewiesen
- CO2-Fußabdruck auf ersten Pilotkarten
3. KI hält Einzug in Küche und Service
Nicht die Hollywood-KI, die dem Küchenchef das Kochen abnimmt. Sondern nützliche KI, die im Hintergrund arbeitet:
- Gästeprognose: um Bestellungen und Dienstpläne passgenau zu steuern
- Kartenübersetzung: gastronomische KI in über 30 Sprachen, mit kulinarischem Kontext
- Menü-Optimierung: Empfehlungen zu Preisen und Beschreibungen
- Automatische Antworten auf Bewertungen: vorformulierte, individuelle Antworten
- Allergen-Erkennung: Rezeptanalyse, die kritische Zutaten aufspürt
QRMENUPRO hat mehrere dieser Bausteine bereits integriert (Übersetzung, Allergene, Empfehlungen). Weitere folgen im Lauf des Jahres 2026.
4. Dark Kitchens finden ihr Gleichgewicht
Nach der Euphorie von 2020 bis 2022 und der harten Marktbereinigung 2023/24 hat sich das Modell Dark Kitchen (Küche ohne Gastraum) stabilisiert. Wer überlebt hat, hat seine Nische gefunden: Hybridküchen, die Lieferbetrieb und ein gemeinsam genutztes Lokal verbinden.
Die Frage für klassische Restaurants lautet 2026: eigene virtuelle Liefermarke aufbauen, um die Küche in den Randzeiten auszulasten – ja oder nein? Viele probieren es mit durchwachsenem Erfolg, denn die Marge bei Uber Eats und Deliveroo bleibt dünn.
5. Das Erlebnis zählt mehr als der Teller
Verhaltensstudien bestätigen es: 71 % der Gäste unter 35 wählen ein Restaurant wegen Atmosphäre und Geschichte, nicht allein wegen der Küche. Das Lokal wird zum Ort, zur Kulisse, zum Gefühl, das man teilt.
Was daraus folgt:
- Ein durchdachtes visuelles Auftreten – bis hin zum QR-Code und zur Aufmachung der Karte
- Elemente des Hauses bewusst in Szene setzen (offene Küche, Tresen, Weinkeller)
- Monatliche Themenabende (Weine, Regionen, Gastkoch)
- Storytelling direkt auf der Karte (Herkunft der Produkte, Geschichte des Hauses)
„Unsere besten Abende 2025 waren nicht die mit der besten Karte, sondern die mit der besten Stimmung. Verstanden haben wir das, als wir die Instagram-Fotos gesehen haben, die die Runde machten." – Jade, Restaurant in Bordeaux
6. Mehrsprachigkeit ist kein Bonus mehr
Bei 100 Millionen internationalen Gästen im Jahr 2024 und einer Prognose von 110 Millionen für 2026 (nicht zuletzt durch den Tourismus nach den Olympischen Spielen 2024) wird eine einsprachige Karte zum echten Umsatzhemmnis.
Der Mindeststandard hat sich von „nur Englisch" zu „Englisch plus drei bis fünf weitere Hauptsprachen" verschoben. Mehr dazu in unserem Beitrag Mehrsprachigkeit: warum acht Sprachen reichen.
So finden Sie Ihre Position in diesen Trends
Sie müssen nicht allen sechs Trends gleichzeitig hinterherlaufen. Unser Rat: Wählen Sie die, die zu Ihrem Haus passen, und ziehen Sie sie konsequent durch. Ein traditionelles Landgasthaus kann problemlos bei Papier bleiben – vorausgesetzt, es überzeugt bei Regionalität und Erlebnis. Ein städtisches Restaurant muss dagegen bei Digitalisierung, Mehrsprachigkeit und Erlebnis liefern.
Das Wichtigste in Kürze
- Digitalisierung: 68 % der Restaurants 2025, Richtung 80 % im Jahr 2026
- Nachhaltigkeit: vom Reden zum Handeln (Nutri-Score, Herkunft, CO2)
- KI im Hintergrund: Übersetzung, Prognose, Allergene
- Dark Kitchens: Modell stabilisiert, mögliche Ergänzung für klassische Betriebe
- Erlebnis schlägt den Teller allein: 71 % der unter 35-Jährigen
- Mehrsprachigkeit: vom Bonus zum Mindeststandard
- Nicht alles auf einmal – zwei bis drei Trends wählen, die zu Ihrem Haus passen














