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Digitalisierung 4

Gehören Fotos der Gerichte auf die Speisekarte?

Was Fotos auf der Speisekarte wirklich bringen: Wirkung auf den Durchschnittsbon, welche Gerichte Vorrang haben und wie Sie ohne Studio gute Aufnahmen machen.

Was ein Foto auf der Speisekarte wirklich verändert

Ein Bild ersetzt keine Beschreibung. Es nimmt dem Gast das Zögern. Wer ein Gericht nicht kennt, bestellt es leichter, wenn er sieht, was auf den Teller kommt.

Universitäre Untersuchungen zu bebilderten Speisekarten (Cornell, University of Iowa) beziffern den Zuwachs bei abgebildeten Gerichten auf rund 10 bis 25 % mehr Bestellungen. Verstehen Sie das als Größenordnung, nicht als Garantie: Die Wirkung hängt vom Gericht, vom Preis und von der Qualität des Fotos ab.

Beim Durchschnittsbon entscheidet vor allem die Platzierung. Ein Foto zieht den Blick vor dem Text an. Wenn Sie das Gericht mit der höheren Marge bebildern statt das günstigste, verschieben Sie die Bestellung nach oben.

Papier oder digitale Karte: Ein Foto kostet nicht dasselbe

Auf einer gedruckten Karte frisst jedes Bild Platz und legt die Karte bis zum nächsten Nachdruck fest. Auf einer digitalen Speisekarte fürs Restaurant tauschen Sie das Bild in dreißig Sekunden aus, ohne Zusatzkosten.

KriteriumBebilderte PapierkarteSpeisekarte per QR-Code
Kosten für ein zusätzliches FotoKompletter NachdruckKeine, direkte Aktualisierung
Dauer einer Korrektur1 bis 3 WochenSofort
Realistische Zahl an Fotos3 bis 6Die ganze Karte
Gericht am selben Abend ausverkauftBleibt sichtbarMit einem Klick ausgeblendet
Gehobene WirkungGefahr der VerflachungSteuerbar, Fotos optional

Welche Gerichte zuerst fotografieren

Fotografieren Sie nicht alles. Eine durchgehend bebilderte Karte zerstört die Hierarchie und ermüdet den Leser.

  • Die Signature Dishes, für die man Sie kennt
  • Neuheiten, die noch niemand bestellt hat
  • Gerichte mit sperrigen oder fremdsprachigen Namen
  • Desserts und Cocktails, die besonders stark auf Bilder reagieren

Bei einer italienischen Karte liegt der Nutzen auf der Hand: Der Gast schwankt zwischen acht Pastagerichten mit ähnlichen Namen. Das Foto entscheidet. Genau deshalb suchen so viele Gastronomen nach „Fotos Speisekarte italienisches Restaurant".

Wann Sie besser darauf verzichten

In der Spitzengastronomie gilt das Gegenteil. Ein mittelmäßig fotografierter Tellergang entwertet den ausgeschriebenen Preis. Für eine QR-Code-Speisekarte in der Spitzengastronomie setzt man auf Text und ein einziges Stimmungsbild.

Dasselbe gilt in der Gemeinschaftsverpflegung. Einen Speiseplan der Schulmensa lesen die Eltern: Zusammensetzung und Allergene zählen mehr als die Optik des Essens.

Aufnahmeregeln, ganz ohne Studio

Ein aktuelles Smartphone reicht. Den Unterschied machen Licht und Winkel, nicht die Ausrüstung.

  • Tageslicht, nah am Fenster, nie mit Blitz oder unter Küchen-Neonlicht
  • Winkel von 45° bei hohen Tellern, senkrecht von oben bei Pizza und Platten
  • Neutraler Hintergrund: rohes Holz, Schiefer, einfarbige Tischdecke
  • Echter Teller, echte Portion, angerichtet wie im Service
  • Enger Bildausschnitt, ein Gericht pro Foto

Fotografieren Sie kurz vor dem Service, wenn das Gericht heiß und die Sauce glänzend ist. Zwanzig Minuten am Vormittag reichen für zehn Gerichte. Verbessern Sie die Qualität nach und nach und tauschen Sie die Bilder aus, sobald sich ein Rezept ändert.

Ein Bistro-Wirt in Lyon hat sechs vergilbte Fotos durch Aufnahmen vom selben Mittag ersetzt. Seine fotografierten Vorspeisen stiegen von 12 auf 19 Verkäufe pro Service – ohne einen einzigen Preis zu ändern.

Dateigröße und Anzeige

Ein zu schweres Bild bremst die Seite aus. Komprimieren Sie auf rund 200 KB, Format JPEG oder WebP, 1200 px Breite. Der Gast verbindet sich mit dem WLAN des Restaurants oder nutzt sein Mobilfunknetz, manchmal im Untergeschoss: Jedes Kilobyte zählt.

Fotos, Allergene und Preise: nicht vermischen

Ein Foto hat keinerlei rechtliche Bedeutung. Es ersetzt weder die Angaben zu den vierzehn Allergenen noch die Preisauszeichnung. Prüfen Sie Ihre Pflichten zu den LMIV-Allergenen im Restaurant, bevor Sie Ihre Karte überarbeiten.

Achten Sie auch auf die Lücke zwischen Bild und serviertem Teller. Ein zu schmeichelhaftes Foto erzeugt messbare Enttäuschung und landet direkt in den Online-Bewertungen. Fotografieren Sie, was Sie servieren, nicht das, was Sie gern servieren würden.

Fotos online stellen und aktuell halten

Bei einer Speisekarte per QR-Code werden die Bilder über Ihre Verwaltungsoberfläche geladen. Sie können jedes Foto einem Gericht zuordnen, es entfernen, sobald das Produkt nicht mehr verfügbar ist, und nur die tatsächlich verfügbaren Gerichte des Tages anzeigen.

Genau darin liegt der Vorteil dieses Formats: eine bebilderte Karte, die stimmt. Laden Sie Ihre Bilder in Serien hoch, testen Sie zwei Versionen desselben Gerichts über zwei Wochen und behalten Sie die, die besser verkauft. Stammgäste erkennen Neuheiten schnell, wenn man sie ihnen zeigt.

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