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Food Truck eröffnen: Budget, Rechtsform und Genehmigungen

Was ein Food Truck kostet, welche Schulung Pflicht ist, welche Rechtsform passt und wie Sie an einen Standplatz kommen – mit konkreten Zahlen.

Was ist ein Food Truck, und warum einen eröffnen?

Ein Food Truck ist ein mobiles Gewerbe in einem umgebauten Transporter oder Anhänger. Die Küche fährt mit, ausgegeben wird am Tresen, und der Verkaufsort wechselt je nach Wochentag. Kurz gesagt: ein Restaurant ohne Gastraum.

Die Frage „Warum einen Food Truck eröffnen?" kommt oft, und die Antwort hat drei Teile. Der Einstieg kostet deutlich weniger als ein festes Lokal: rechnen Sie mit dem Drei- bis Fünffachen weniger als bei der Übernahme eines Betriebs in der Innenstadt. Sie haben weder Gewerbemietvertrag noch feste Miete. Und Sie holen die Gäste dort ab, wo sie ohnehin sind, statt darauf zu warten, dass sie Ihre Tür öffnen.

Der Preis dafür ist real. Sie fahren, kochen, verkaufen, putzen und erledigen den Papierkram. Die Arbeitszeiten sind lang und die Arbeit ist körperlich. Halbherzig funktioniert dieses Projekt nicht.

Machen Sie vor jedem Kauf eine echte Marktanalyse. Schauen Sie sich Büroviertel, Gewerbegebiete, Wochenmärkte, Hochschulcampus und Baustellen an. Zählen Sie die Passantenströme zur Mittagszeit, notieren Sie das Angebot der bereits vorhandenen Konkurrenz und die üblichen Preise. Ein Konzept, das dem Bestehenden zu ähnlich ist, verkauft sich schlecht – auch wenn es gut gemacht ist.

  • Gewerbegebiete und Büroparks: gleichmäßiger Andrang, mittags unter der Woche
  • Märkte und Ortsplätze: Andrang am Wochenende, Genehmigung über die Gemeinde
  • Events, Festivals, Hochzeiten: konzentrierter Umsatz, stark saisonabhängig
  • Firmen und Privatgelände: direkte Absprache mit dem Grundstückseigentümer

Welches Budget braucht ein Food Truck?

Das ist die erste Frage fast aller Gründerinnen und Gründer. Das Budget hängt vor allem an einer Abwägung: Fahrzeug neu oder gebraucht, und wie hochwertig die Küche ausgestattet wird. Hier die Größenordnungen, wie sie 2025 in Frankreich zu beobachten sind.

PostenEinstiegsvarianteKomfortable Ausstattung
Ausgebauter Truck (Kauf)20.000 bis 35.000 €60.000 bis 90.000 €
Küchen- und KältetechnikIm Ausbau enthalten8.000 bis 15.000 €
Lebensmittelhygiene-Schulung250 bis 500 €250 bis 500 €
Firmengründung und Reisegewerbekarte150 bis 400 €500 bis 1.200 €
Versicherung, Standplatz, Erstbestückung2.000 bis 4.000 €5.000 bis 8.000 €
Gesamtbedarf25.000 bis 45.000 €75.000 bis 115.000 €

Rechnen Sie eine Liquiditätsreserve von drei Monatskosten obendrauf. Die ersten Wochen gehen dafür drauf, Standplätze und Stammgäste zu finden: der Umsatz braucht selten weniger als ein Quartal, bis er sich einpendelt. Die laufenden Kosten fallen dagegen ab dem ersten Monat an.

Diese laufenden Kosten sollten Sie nicht vergessen: Kraftstoff und Gas, Standgebühren, Betriebshaftpflicht, Fahrzeugwartung, Wareneinsatz, Sozialabgaben, Hauptuntersuchung. Bei einem laufenden Betrieb macht der Wareneinkauf in der Regel 28 bis 35 % des Umsatzes aus.

Das Fahrzeug: Neukauf oder gebraucht

Das Fahrzeug ist der größte Posten. Es bestimmt alles Weitere – deshalb entscheiden Sie darüber zuletzt, wenn das Konzept steht. Ein Pizzatruck, ein Burgertruck und ein Saftmobil brauchen weder dieselbe Arbeitsfläche noch dieselbe Stromversorgung.

Neu, gebraucht oder gemietet

Ein Neuausbau auf einem jungen Transporter kostet viel, bringt aber Garantie, Normkonformität und eine Küche, die auf Ihre Karte zugeschnitten ist. Ein Gebrauchtfahrzeug halbiert die Rechnung – vorausgesetzt, Sie lassen Kälteaggregat, Gasanlage und Lichtmaschine von einem Fachbetrieb prüfen. Ein gesunder Motor sagt nichts über den Zustand der Küche aus.

Die Langzeitmiete ist noch wenig verbreitet, erlaubt aber, eine Saison lang zu testen, ohne 40.000 € zu binden. Eine gute Option, um ein Konzept vor dem endgültigen Kauf zu validieren.

Sicherheit und Normkonformität

Der Truck muss die EU-Hygieneverordnung (EG) 852/2004 erfüllen: abwaschbare Oberflächen, Trinkwasser unter Druck, Warmwasser, Trennung von rein und unrein, Abwassertanks. Für die Gasanlage ist eine Konformitätsbescheinigung nötig, die jährlich erneuert wird. Elektrische Sicherheit und Feuerlöscher werden bei den Kontrollen geprüft.

Von zehn Projekten, die im ersten Jahr scheitern, haben die meisten nicht an der Küche versagt: Sie haben unterschätzt, wie lange es dauert, feste Standplätze zu bekommen.

Welche Ausbildung braucht man für einen Food Truck?

Für die Gründung ist kein Abschluss vorgeschrieben. Sie können einen Food Truck ohne Ausbildung und ohne Kochlehre eröffnen. Nur eine Schulung ist wirklich Pflicht, und die betrifft die Hygiene.

Die HACCP-Hygieneschulung

Sobald Sie Speisen zum Verzehr vor Ort oder zum Mitnehmen ausgeben, muss mindestens eine Person im Team die 14-stündige Lebensmittelhygiene-Schulung nach HACCP absolviert haben. Sie kostet 250 bis 500 € und dauert zwei Tage. Behandelt werden Kühlkette, Rückverfolgbarkeit, Reinigungsplan und Lagertemperaturen.

Befreit sind Sie mit einem einschlägigen Abschluss im Koch- oder Gastronomiebereich sowie mit drei Jahren Berufserfahrung als Betriebsleiter oder Betreiber in der Lebensmittelbranche.

Der Gründungslehrgang

Dieser Lehrgang ist seit dem PACTE-Gesetz nicht mehr verpflichtend. Handwerks- und Handelskammern bieten ihn weiterhin an, und er bleibt nützlich: Betriebsführung, Finanzplanung, Steuern, Umgang mit Lieferanten. Rechnen Sie mit einer Woche und einigen hundert Euro.

Braucht man eine Schankerlaubnis?

Ja, sobald Sie Alkohol ausschenken. Für den Ausschank vor Ort gilt die Lizenz III oder IV, für den Verkauf zum Mitnehmen die kleine bzw. die volle Mitnahmelizenz. In beiden Fällen ist eine Betriebserlaubnis nötig: eine Schulung von 20 Stunden, verkürzt auf 6 Stunden bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung. Die Anmeldung erfolgt bei der Gemeinde des Einsatzorts.

Welche Rechtsform passt?

Die Gründung läuft online über die zentrale Anlaufstelle für Gewerbeformalitäten. Der Betrieb eines Food Trucks gilt als Handelstätigkeit, nicht als Handwerk – es sei denn, Sie stellen verarbeitete Produkte selbst her: dann kommt die Eintragung in die Handwerksrolle hinzu.

Kleinunternehmen, Einzelunternehmen oder Gesellschaft

Das Kleinunternehmerregime eignet sich für den Start als Einzelkämpfer, mit Abgaben auf Basis der Einnahmen. Achten Sie auf die Umsatzgrenze von 188.700 € beim Verkauf von Speisen zum Verzehr vor Ort – und vor allem darauf, dass sich der Kauf des Trucks nicht absetzen lässt. Bei einer Investition von 40.000 € wird das Kleinunternehmerregime schnell zur Fehlrechnung.

Das Einzelunternehmen mit tatsächlicher Gewinnermittlung und die SASU erlauben es, das Fahrzeug abzuschreiben und die Vorsteuer aus dem Kauf zu ziehen. Die SASU eröffnet zudem den Zugang zur allgemeinen Sozialversicherung und erleichtert den späteren Einstieg eines Partners. Die Formalitäten ähneln denen eines klassischen Restaurants: unser Leitfaden zu den Schritten zur Restauranteröffnung beschreibt die gemeinsamen Etappen.

Die Reisegewerbekarte

Wer außerhalb der Gemeinde tätig ist, in der das Unternehmen gemeldet ist, braucht die Reisegewerbekarte. Sie beantragen sie bei der zuständigen Meldestelle, sie kostet rund 30 € und gilt vier Jahre. Sie muss bei jeder Kontrolle vorgezeigt werden können, zusammen mit der Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs.

Standplatz, Genehmigung und Vorschriften

Ein guter Truck ohne Standplatz ist nichts wert. Genau daran entscheidet sich der Erfolg – und genau das dauert am längsten.

Die Genehmigung für öffentlichen Grund

Um auf einem Platz, einem städtischen Parkplatz oder einem Markt zu stehen, brauchen Sie die Genehmigung der Gemeinde. Man spricht von einer befristeten Sondernutzung des öffentlichen Raums oder von einer Stellplatzerlaubnis. Der Antrag geht an die Gemeindeverwaltung, meist an das Amt für Sondernutzung oder an den Ordnungsdienst. Die Erlaubnis ist kostenpflichtig, personengebunden und widerruflich.

  • Eine Akte mit Handelsregisterauszug, Reisegewerbekarte, Versicherungsnachweis und Fotos des Trucks
  • Eine Gebühr nach laufendem Meter, je nach Stadt 5 bis 40 € pro Tag
  • Bearbeitungszeiten von 2 Wochen bis 3 Monaten, in Großstädten länger

Privatgelände und Veranstaltungen

Auf einem Supermarktparkplatz, in einem Gewerbegebiet oder auf einem Firmengelände genügt die schriftliche Zustimmung des Eigentümers. Das geht schneller, ist oft rentabler, und viele Trucks bauen ihre Woche genau so auf. Manche Gemeinden verlangen trotzdem eine vorherige Anzeige.

Food Truck in Belgien eröffnen

In Belgien ist das Prinzip ähnlich, nur die Anlaufstellen sind andere. Nötig sind eine Eintragung in die Zentrale Datenbank der Unternehmen, eine Erlaubnis für ambulante Tätigkeiten über einen zugelassenen Unternehmensschalter, eine FASNK-Registrierung für die Lebensmittelhygiene und die Zustimmung der Gemeinde für den Standplatz. Die belgische Ambulantkarte kostet rund 150 € und gilt sechs Jahre.

Aushang, Zahlung und Service

Preise und Allergene müssen vor der Bestellung gut lesbar ausgehängt sein. Am Tresen eines Trucks ist der Platz knapp: Viele Betreiber verlagern die Karte deshalb auf ein QR-Code-Menü für Food Trucks. Damit sind Allergenangaben, ausverkaufte Gerichte und tägliche Kartenwechsel erledigt. Aktualisiert wird alles per Handy, zwischen zwei Services.

Food Truck ohne Eigenkapital eröffnen – und rentabel werden

„Wie eröffne ich einen Food Truck ohne Geld?" wird häufig gesucht, und die ehrliche Antwort lautet: ganz ohne geht es nicht. Ohne nennenswertes Eigenkapital zu starten ist dagegen durchaus machbar.

Die Finanzierungshebel

  • Der Bankkredit mit dem Truck als Sicherheit: Banken finanzieren oft 70 % des Kaufpreises
  • Der Mikrokredit der Adie bis 12.000 €, auch ohne Eigenkapital zugänglich
  • ACRE und ARCE von France Travail, die einen Teil des Arbeitslosengelds in Startkapital umwandeln
  • Nachrangdarlehen von Initiative France oder Réseau Entreprendre, zins- und sicherheitenfrei
  • Mietkauf des Fahrzeugs, der die Investition auf 36 bis 60 Monate streckt

Eine solide Akte zählt mehr als viel Eigenkapital. Dreijahresplanung, bereits schriftlich zugesagte Standplätze, durchgerechnete Karte mit Margen: Das bringt die Bank zum Ja.

Die Rentabilität eines Food Trucks

Ein gut laufender Truck schafft 80 bis 150 Gedecke pro Service bei einem Durchschnittsbon von 10 bis 14 €. Auf dieser Basis ist ein Jahresumsatz von 90.000 bis 150.000 € erreichbar, wenn Sie fünf bis sechs Services pro Woche fahren. Die Rohmarge liegt bei etwa 65 bis 70 %, das Endergebnis hängt aber an Kraftstoff, Standgebühren und Saison.

Die Gewinnschwelle wird in der Regel zwischen dem zwölften und dem achtzehnten Monat erreicht. Es schaffen die Trucks, die sich feste Standplätze gesichert haben und Stammgäste binden: soziale Netzwerke für die Position des Tages, Vorbestellung, kurze und schnell produzierbare Karte. Ein per QR-Code abrufbares Online-Menü verkürzt die Wartezeit am Tresen – und das ist bares Geld bei einem Service von zwei Stunden.

Die Schritte bis zum Start

In dieser Reihenfolge: Konzept und Marktanalyse validieren, Finanzplan aufstellen, Hygieneschulung absolvieren, Rechtsform wählen und Unternehmen gründen, Reisegewerbekarte beantragen, Fahrzeug neu oder gebraucht kaufen, Gas und Elektrik prüfen lassen, Standplatzgenehmigungen sichern, Betrieb versichern, dann eröffnen. Rechnen Sie mit vier bis acht Monaten zwischen der ersten Idee und dem ersten Service.

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