Tourismus in Frankreich: die wichtigsten Zahlen
Bevor Sie handeln, sollten Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Die Daten 2024–2025 des Office du Tourisme und von Atout France geben die Größenordnung vor:
- 100 Millionen internationale Touristen pro Jahr
- Durchschnittliche Ausgaben pro Aufenthalt: 700 €, davon rund 25 % in der Gastronomie
- Top 5 der Herkunftsländer: Großbritannien, Deutschland, Belgien, USA, Italien
- Starkes Wachstum in den asiatischen Märkten (China, Südkorea, Japan)
- Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 7 Tage
Wenn ein Tourist sieben Tage lang zweimal täglich auswärts isst, sind das 14 Gelegenheiten, einen Teil seines Budgets abzuschöpfen — in einer Situation, in der er per Definition bereit ist, Geld auszugeben.
Warum Touristen zögern, bei Ihnen einzutreten
Versetzen Sie sich in ihre Lage. Ein britisches Paar, Anfang 60, für drei Tage in Lyon, geht auf der Suche nach einem Mittagessen die Rue Mercière hinunter. Drei Kriterien entscheiden über die Wahl:
- Verständlichkeit der Karte: Können sie erkennen, was sie essen werden?
- Sichtbares Preisniveau: Passt das ins Budget?
- Vertrauen: Haben sie das Gefühl, willkommen zu sein — oder übersehen zu werden?
Wenn die ausgehängte Karte nur auf Französisch verfasst ist, können sie keines dieser drei Kriterien beurteilen. Also gehen sie weiter. Sie bleiben beim nächsten Restaurant stehen, das „menu in English“ am Eingang stehen hat — auch wenn dort schlechter gekocht wird.
„Früher haben wir die Touristen schon vor der Tür verloren. Seit wir einen QR-Code mit der Karte auf Englisch und Spanisch am Aushang haben, hat sich die Eintrittsquote verdoppelt.“ — Sophie, traditionelles Restaurant, Paris, 5. Arrondissement
Die mehrsprachige Karte: Hebel Nummer 1
Wenn Sie nur eine einzige Sache tun, um Touristen zu gewinnen: Bieten Sie eine mehrsprachige Karte an. Keine „ungefähre englische Fassung“, sondern eine saubere, professionelle Übersetzung, die mit einem Scan abrufbar ist.
Mit einer mehrsprachigen digitalen Speisekarte (siehe unseren ausführlichen Beitrag zur Bedeutung von Mehrsprachigkeit in 8 Sprachen) scannt der Gast, wählt seine Sprache, liest, versteht und bestellt. Ohne Umweg, ohne Unbehagen, ohne Missverständnis.
Über die Karte hinaus: 4 weitere Hebel
1. Google-Unternehmensprofil optimieren
Touristen suchen ihr Restaurant auf Google Maps. Ihr Eintrag sollte vollständig und übersetzt sein, mit aktuellen Fotos und mindestens 50 Bewertungen. Antworten Sie auf englische Bewertungen auf Englisch: ein sofortiges Qualitätssignal.
2. Hinweise am Schaufenster
Bringen Sie „Menu in English / Español / Deutsch — scan here“ mit einem QR-Code an Ihrem Fenster an. So weiß der Gast schon vor dem Eintreten, dass er gut aufgehoben ist. Das bringt unmittelbar mehr Gäste von der Straße herein.
3. Gerichte kulturell erklären
Ein Amerikaner weiß nicht, was eine „andouillette“ ist. Ergänzen Sie den übersetzten Namen um eine kurze Erklärung („typical sausage from Lyon, made with pork tripe“). Das nimmt die Unsicherheit und weckt Neugier.
4. Allergene und Ernährungsformen ausweisen
Gäste aus dem englischsprachigen Raum weisen zwei- bis dreimal häufiger als französische Gäste auf eine Allergie oder eine besondere Ernährungsweise hin (vegan, glutenfrei, laktosefrei). Ein digitaler Filter auf der Karte schafft Sicherheit und macht diese Zielgruppe erreichbar.
Praxisbeispiel: ein Pariser Bistro vorher/nachher
Ein Bistro mit 32 Plätzen im Marais, seit 12 Jahren geöffnet, mit einem Gästeanteil von 75 % aus Frankreich. Im Januar 2025 stellt es auf eine digitale Karte in 8 Sprachen um und weist am Schaufenster darauf hin.
- Vorher: 25 % ausländische Gäste, Durchschnittsbon 28 €
- Nach 6 Monaten: 42 % ausländische Gäste, Durchschnittsbon 33 €
- Umsatzsteigerung: +18 %
- Kosten der Umstellung: 9 €/Monat
Die Investition ist nach weniger als drei zusätzlichen Betriebstagen wieder drin.
Das Wichtigste in Kürze
- 100 Millionen Touristen pro Jahr, 25 % des Budgets für Essen und Trinken
- Die Sprachbarriere fällt am Schaufenster — noch vor dem Eintreten
- Digitale mehrsprachige Karte = Hebel Nummer 1
- Ein optimiertes Google-Unternehmensprofil ist Pflicht
- Hinweis am Schaufenster + kurze kulturelle Erklärungen + Allergenfilter
- Beobachtete Ergebnisse: +15 bis +20 % Umsatz in 6 Monaten














