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Rentabilität 5

Das Rezeptdatenblatt für die Küche: Vorlage und Anleitung

Rezeptdatenblatt Küche: Inhalt, Ausfüllen in 5 Schritten, passende Vorlagen (Excel, PDF, Word) und ein durchgerechnetes Beispiel.

Was ist ein Rezeptdatenblatt für die Küche?

Fangen wir mit dem Praktischen an: Wozu dient ein Rezeptdatenblatt überhaupt? Es ist ein internes Dokument, das ein Gericht von Anfang bis Ende beschreibt. Darin stehen die Zutatenliste, die genauen Mengen, die Vorbereitungszeit, die Garzeit und der Wareneinsatz.

Dieses Dokument ist nicht nur etwas für große Küchenbrigaden. Ein Bistro mit 40 Plätzen profitiert davon genauso wie ein Sternehaus. Das Ziel bleibt dasselbe: die Zubereitung standardisieren und die Rentabilität jedes Tellers absichern.

Worin unterscheidet sich ein Rezeptdatenblatt von einem Rezept? Ein Rezept erklärt, wie etwas zubereitet wird. Das Datenblatt ergänzt die betriebswirtschaftlichen Angaben: Grammaturen auf das Gramm genau, Portionszahl, Putzverluste, Einkaufspreise, Wareneinsatz. Manche Anbieter sprechen deshalb von Rezept- und Kalkulationsblatt und meinen damit ein und dasselbe Werkzeug.

Was muss in ein Rezeptdatenblatt? Die 7 unverzichtbaren Angaben

Eine schlecht aufgebaute Blanko-Vorlage kostet die Köche nur Zeit. Diese Angaben braucht es, damit das Blatt im Service wirklich etwas taugt.

  • Name des Gerichts, Portionszahl und Datum der letzten Aktualisierung.
  • Die Zutatenliste mit Einheiten sowie Brutto- und Nettomengen.
  • Der Putzverlust in Prozent, unverzichtbar bei Gemüse und Fisch.
  • Der Ablauf der Zubereitung, Schritt für Schritt, mit Temperaturen.
  • Die Vorbereitungszeit und die Garzeit.
  • Wareneinsatz pro Portion, Verkaufspreis und Rohertrag.
  • Die enthaltenen Allergene und das benötigte Equipment.

Ergänzen Sie ein Foto des angerichteten Tellers. Dieses Detail erspart dem Commis an einem hektischen Abend zehn Rückfragen und sorgt dafür, dass der Teller in jedem Service gleich aussieht.

Rezeptdatenblatt erstellen: in 5 Schritten

Die Frage kommt immer wieder: Wie erstellt man ein Rezeptdatenblatt, ohne einen ganzen Sonntag dafür zu opfern? Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor, die Waage in Reichweite.

1. Die tatsächliche Produktion abwiegen

Schreiben Sie nichts aus einem Kochbuch ab. Bereiten Sie das Gericht unter normalen Bedingungen zu und notieren Sie jede Wiegung. Zwischen theoretischem Rezept und Praxis liegen oft 10 bis 15 %.

2. Einkaufspreise erfassen

Nehmen Sie Ihre letzten Rechnungen zur Hand und rechnen Sie alles auf Kilo oder Liter um. Die Einkaufspreise sind der einzige Punkt, den Sie regelmäßig nachziehen müssen, je nach Saison und Lieferant.

3. Den Wareneinsatz berechnen

Multiplizieren Sie jede Menge mit ihrem Einheitspreis, addieren Sie alles und teilen Sie durch die Portionszahl. Diese Rechnung ist der Kern des Dokuments: ohne sie haben Sie ein Rezept, kein Datenblatt.

4. Den Verkaufspreis festlegen

In der klassischen Gastronomie gilt ein Aufschlagsfaktor von 3 bis 4 auf den Wareneinsatz weiterhin als Richtwert. Eine Vorspeise mit 2,10 € Wareneinsatz kostet also zwischen 7 und 8,50 € netto.

5. Testen, korrigieren, datieren

Lassen Sie das Gericht von jemand anderem zubereiten, allein nach dem Datenblatt. Jedes Zögern zeigt einen Schritt, der genauer beschrieben werden muss. Danach die Version datieren: Ein Blatt ohne Datum ist schnell nicht mehr aktuell.

In den meisten Küchen sind es drei Gerichte, auf die der Großteil der verlorenen Marge entfällt. Fast immer sind es die, bei denen nie jemand die Beilagen gewogen hat.

Vorlage fürs Rezeptdatenblatt: Excel, PDF oder Software?

Das Format zählt weniger als die Konsequenz, aber es entscheidet über den Aufwand beim Aktualisieren. So schneiden die drei gängigsten Varianten in der Praxis ab.

FormatEinrichtungNeuberechnung der KostenFür wen
Blanko-Rezeptdatenblatt als PDF oder WordSofort, zum AusdruckenManuell, bei jeder Preiserhöhung neuKleine Karten, Auszubildende
Excel-Vorlage fürs Rezeptdatenblatt1 bis 2 Stunden EinrichtungAutomatisch über FormelnDie Mehrheit der Restaurants
Online-WarenwirtschaftEin halber TagAutomatisch, an den Einkauf gekoppeltKarten mit über 40 Positionen

Eine kostenlose Excel-Vorlage reicht in neun von zehn Fällen aus. Legen Sie eine Spalte für den Einkaufspreis an, eine für die Menge, eine für die Kosten, und lassen Sie die Formel die Summe bilden. Anschließend können Sie Ihre Karte optimieren, indem Sie die Gerichte nach Marge sortieren.

Wo finde ich ein leeres Rezeptdatenblatt zum Herunterladen?

Am zuverlässigsten sind die Blätter aus der Berufsausbildung und aus den Lehrplänen für Köchinnen und Köche: Sie folgen konsequent der Brutto-Netto-Logik und den Ausbeutewerten. Auch die Vorlagensammlungen der Branchenverbände bieten kostenlose PDF- und Word-Versionen zum Ausfüllen.

Zwei Sonderfälle tauchen häufig auf. Für ein Rezeptdatenblatt auf Englisch behalten Sie dieselben Rubriken bei und rechnen die Einheiten in Gramm, niemals in Unzen. Bei einer Online-Lösung prüfen Sie, ob der Export möglich bleibt: Ihre Daten müssen sich aus der Software herausholen lassen.

Beispiel: das Rezeptdatenblatt einer Quiche Lorraine

Nehmen wir eine Quiche Lorraine für 8 Stücke. Zutaten und Mengen passen in zehn Zeilen: 250 g Mürbeteig, 200 g Speckwürfel, 3 Eier, 200 ml Sahne, 100 ml Milch, Muskat, Pfeffer. Beobachteter Wareneinsatz: rund 3,80 €, also 0,48 € pro Stück.

Die Vorbereitungszeit beträgt 20 Minuten, die Garzeit 35 Minuten bei 180 °C. Notieren Sie auch die Ruhezeit des Teigs, die oft vergessen wird und die Organisation am Posten bestimmt.

Bleibt ein fachlicher Punkt. Was steckt hinter einem Unterdatenblatt? Ein Vorrezept ist eine Zwischenzubereitung, hier der Mürbeteig, mit eigenem Datenblatt und eigenen Kosten. Sie rufen es im Blatt des fertigen Gerichts auf, statt seine Zutaten erneut abzuschreiben.

Vom Datenblatt auf die Karte: Allergene und Preise

Das Datenblatt ist zugleich Ihre verlässlichste Informationsquelle für den Service. Die vierzehn kennzeichnungspflichtigen Allergene stehen dort ein einziges Mal, und von dort geben Sie sie an jedes Gästemedium weiter, auch an Ihre per QR-Code abrufbare Speisekarte.

Diese Kette verhindert Abweichungen zwischen dem, was gekocht, und dem, was ausgewiesen wird. Ein Lieferantenwechsel beim Senf, und das Allergen muss bis auf die Karte durchschlagen. Die Regeln zur Allergenkennzeichnung verlangen eine Information, die vor der Bestellung zugänglich ist.

Was ein gepflegtes Rezeptdatenblatt im Alltag bringt, lässt sich in drei Punkten zusammenfassen: bekannte Margen, eine aktuelle Karte und ein eigenständig arbeitendes Team. Für den Teil, den der Gast sieht, übernehmen die Werkzeuge zur Kartenpflege die Übertragung neuer Preise in wenigen Sekunden.

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