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Rentabilität 7

Wareneinsatz und Wareneinsatzquote: so berechnen Sie sie und halten sie stabil

Wareneinsatz im Restaurant: Formel, Richtwerte nach Küchenstil und konkrete Hebel für eine stabile Marge.

Was ist der Wareneinsatz?

Der Wareneinsatz – oft auch Wareneinsatzquote oder Food Cost genannt – zeigt, welchen Anteil Ihre Lebensmitteleinkäufe am Umsatz haben. Angegeben wird er in Prozent. Wenn Sie 100 € Umsatz machen und die Zutaten 30 € gekostet haben, liegt Ihr Wareneinsatz bei 30 %.

Das ist die wichtigste betriebswirtschaftliche Kennzahl im Restaurant. Noch vor Personalkosten, noch vor der Miete. Sie verändert sich Woche für Woche – je nach Bestellungen, Portionsgrößen und ausgezeichneten Preisen. Ein einziger Prozentpunkt bei 300.000 € Umsatz bedeutet 3.000 € weniger Marge im Jahr.

Es gibt zwei Betrachtungsweisen, und der Unterschied ist entscheidend. Der Wareneinsatz eines Gerichts wird pro Teller berechnet, auf Basis einer Rezeptkalkulation. Die Wareneinsatzquote des Betriebs wird für einen Zeitraum berechnet, auf Basis von Rechnungen und Inventuren. Beide sind nützlich. Sie ergeben nie exakt dasselbe Ergebnis – und genau diese Abweichung sagt am meisten aus.

So berechnen Sie den Wareneinsatz eines Gerichts

Die Kalkulation pro Teller steht und fällt mit einer Sache: zu wissen, was tatsächlich im Gericht steckt. Nicht das Rezept, das der Küchenchef im Kopf hat, sondern abgewogene Mengen.

Die Formel und die vier Schritte

Die Formel ist simpel: Gesamtkosten der Zutaten ÷ Nettoverkaufspreis × 100. Der Rest ist Vorarbeit.

  • Listen Sie jede Zutat des Rezepts mit der genauen Menge in Gramm oder Zentilitern auf.
  • Übernehmen Sie den Netto-Einkaufspreis pro Kilo oder Liter von Ihrer letzten Rechnung.
  • Rechnen Sie die Kosten der Zutat pro Teller aus und addieren Sie alles.
  • Teilen Sie diese Gesamtkosten durch den Nettoverkaufspreis und multiplizieren Sie mit hundert.

Ein Beispiel. Ein Burger: 140 g Rinderhack zu 11 € pro Kilo, also 1,54 €. Ein Bun für 0,45 €. 30 g Cheddar zu 9 € pro Kilo, also 0,27 €. Salat, Tomate, Zwiebel und Sauce für 0,60 €. 150 g Tiefkühl-Pommes zu 2,20 € pro Kilo, also 0,33 €. Macht zusammen 3,19 €. Bei einem Verkaufspreis von 16,50 € brutto, also rund 15 € netto, liegt der Wareneinsatz des Gerichts bei 21,3 %.

Die Falle: Verluste bei der Vorbereitung

Der Einkaufspreis ist nicht der Preis dessen, was auf dem Teller landet. Ein ganzer Wolfsbarsch verliert beim Filetieren 45 bis 55 % seines Gewichts. Ein Bund Karotten verliert beim Schälen 15 %. Wer mit dem Bruttogewicht rechnet, unterschätzt seine Kosten bei manchen Positionen um die Hälfte.

Hinterlegen Sie deshalb einen Ausbeutefaktor in Ihren Kalkulationen. Bei einem Produkt für 22 € pro Kilo mit 50 % Verlust kostet die verwertbare Ware real 44 € pro Kilo. Mit diesem Wert muss der Wareneinsatz gerechnet werden.

Auf einer Karte mit dreißig Positionen gibt es fast immer drei oder vier Gerichte, die über 40 % Wareneinsatz liegen. Der Inhaber hat sie seit der Eröffnung nie nachkalkuliert – die Lieferantenpreise haben sich seitdem aber sehr wohl bewegt.

Die Wareneinsatzquote des Betriebs: die Rechnung des Monats

Die Kalkulation pro Teller sagt Ihnen, was passieren sollte. Die Quote des Betriebs sagt Ihnen, was tatsächlich passiert ist. Die Formel berücksichtigt die Bestände: (Anfangsbestand + Einkäufe − Endbestand) ÷ Nettoumsatz × 100.

Nehmen wir einen typischen Monat. Sie starten mit 6.000 € Warenbestand, kaufen für 21.000 € ein und schließen mit 5.500 € im Lager ab. Verbraucht haben Sie also 21.500 €. Bei 68.000 € Nettoumsatz liegt die Wareneinsatzquote bei 31,6 %.

Vergleichen Sie diesen Wert anschließend mit Ihrem theoretischen Wareneinsatz, also den Rezeptkalkulationen, angewandt auf die tatsächlichen Verkäufe. Eine Abweichung von 1 bis 2 Punkten ist normal. Ab 4 Punkten gibt es ein Leck: Verderb, zu großzügige Portionen, Bruch, Diebstahl, Kassenfehler oder nicht erfasste Gratisleistungen. Mit einer Methode für Inventur und Verlusterfassung lässt sich die Ursache meist in zwei bis drei Wochen einkreisen.

Welcher Wareneinsatz ist für Ihren Betrieb realistisch?

Den einen richtigen Wareneinsatz gibt es nicht. Die Quote hängt von Ihrem Konzept ab, von Ihrer Positionierung und vom Arbeitsanteil im Teller. Ein Gourmetrestaurant kauft teuer ein und verarbeitet viel: Die Quote ist hoch, wird aber vom Durchschnittsbon aufgefangen. Eine Pizzeria kauft günstig ein und verkauft schnell.

Art des BetriebsZiel-WareneinsatzDurchschnittsbon (Richtwert)Worauf zu achten ist
Pizzeria, Pasta22 bis 28 %15 bis 22 €Käsemenge pro Portion
Bistro, Brauhaus28 bis 33 %22 bis 35 €Tagesgericht und Verluste
Burger, Foodtruck25 bis 32 %12 bis 20 €Kosten für Saucen und Pommes
Gourmetrestaurant30 bis 38 %70 bis 150 €Warenausbeute und Arbeitszeit
Bar, Weinbar mit Küche18 bis 25 % (Getränke)18 bis 30 €Zu volle Gläser im Ausschank

Diese Spannen sind Erfahrungswerte aus der Gastronomie und dienen der Orientierung. Der eigentliche Maßstab bleibt Ihr eigener Betrieb: Rentabel ist ein Restaurant, dessen Wareneinsatzquote von Monat zu Monat stabil bleibt – nicht eines, das einmalig einen theoretischen Wert trifft.

Zur Einordnung: Ein Betrieb mit 50 Plätzen, zwei Services an fünf Tagen pro Woche und einem Durchschnittsbon von 28 € kommt auf rund 500.000 € Jahresumsatz. Drei Punkte zu viel beim Wareneinsatz – das sind 15.000 €, die verschwinden, ohne dass es jemand bemerkt.

Warum der Wareneinsatz zu hoch ist – und wie Sie die Ursache finden

Wenn die Quote aus dem Ruder läuft, gibt es selten nur einen Grund. Analysieren Sie Position für Position, statt wahllos bei den Einkäufen zu kürzen.

  • Die Portionen: 20 g mehr pro Teller bei Fleisch für 18 € pro Kilo sind 0,36 € – multipliziert mit Tausenden von Gedecken.
  • Die Lieferantenpreise: Sie steigen, Ihre Verkaufspreise nicht. Kalkulieren Sie Ihre Rezepte mindestens zweimal im Jahr neu.
  • Der Verderb: abgelaufene Ware, misslungene Garungen, überdimensionierte Mise en Place am Sonntagabend.
  • Der Verkaufsmix: Bestellen die Gäste vor allem Gerichte mit hoher Quote, steigt der Gesamtwert, obwohl sich in der Küche nichts geändert hat.

Der letzte Punkt ist der tückischste – und zugleich der am leichtesten zu korrigierende: Stellen Sie margenstarke Gerichte auf Ihrer Karte nach vorne, statt sie am Seitenende versauern zu lassen. Eine digitale Karte, die in wenigen Minuten aktualisiert ist, macht das einfach – während eine gedruckte Karte Ihre Preise für ein halbes Jahr festschreibt.

Sieben Hebel für einen stabilen Wareneinsatz im Alltag

Die Wareneinsatzquote zu halten ist kein Projekt, sondern Routine. Das hier funktioniert – sortiert nach dem besten Verhältnis von Aufwand und Wirkung.

  • Rezeptkalkulationen für die zwanzig meistverkauften Gerichte erstellen, nicht für die ganze Karte auf einmal.
  • Eine volle Woche lang die Portionen abwiegen und die Grammangaben anschließend am Pass aushängen.
  • Nach erwarteten Verkäufen einkaufen statt aus Gewohnheit: Bestellungen zweimal pro Woche anpassen.
  • Monatliche Inventur für die zehn Warengruppen mit dem größten Gewicht führen.
  • Jeden Verlust in einem einzigen Heft notieren – auch Gratisleistungen und Bestellfehler.
  • Einmal im Jahr drei Lieferantenangebote für Ihre fünf wichtigsten Artikel vergleichen.
  • Parüren für Jus, Fond oder Farce verwenden, statt sie wegzuwerfen.

Ein letzter Punkt: Prüfen Sie, ob Ihre Verkaufspreise im Restaurant, auf der Karte und in den Online-Medien übereinstimmen. Die Vorgaben zur Preisauszeichnung in der Gastronomie verlangen klare Angaben – und ein irgendwo vergessener Preis verfälscht auch Ihre Auswertung.

Wie oft sollte man den Wareneinsatz berechnen?

Die Quote des Betriebs berechnen Sie monatlich, zu einem festen Termin, nach der Inventur. In diesem Rhythmus können Sie reagieren, bevor das Quartal verloren ist. Manche Betriebe verfolgen sie wöchentlich für sensible Warengruppen wie Fleisch und Fisch.

Der Wareneinsatz pro Teller wird zu drei Anlässen neu gerechnet: bei einem Kartenwechsel, wenn ein Lieferant um mehr als 5 % erhöht, und wenn ein neues Rezept dazukommt. Ansonsten genügt eine Generalrevision zu Saisonbeginn.

Den Wareneinsatz zu optimieren heißt nicht, schlechter einzukaufen. Es heißt, genau zu wissen, was jedes Gericht kostet, weniger in den Müll zu geben und die rentabelsten Gerichte auf der Karte besser zu platzieren. Die Rechnerei kostet einen halben Tag. Sie zahlt sich schon im ersten Monat aus.

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